Backpacking in Afrika ist nicht wirklich verbreitet, vor allem nicht in Sub-Sahara-Afrika. Südafrika mag noch eine Ausnahme sein, doch vor den anderen Ländern haben die meisten Reisenden (zu) viel Respekt. Doch dies ist nur bedingt gerechtfertigt, denn vor allem Kenia und Tansania bieten spannende Bedingungen für Backpacker – und vor allem extrem niedrige Preise. Das Klischee des teuren Afrikas wird hier komplett widerlegt – und sogar Safaris sind mit enorm niedrigem Reisebudget möglich, wenn man die richtigen Optionen auswählt.
Die Anreise nach Ostafrika ist ziemlich einfach. Sowohl Kenia als auch Tansania bieten mit Mombasa bzw. Nairobi sowie Daressalam und Sansibar jeweils zwei Hauptflughäfen, die von den wesentlichen großen Netzwerk-Airlines angeflogen werden. Auch Direktflüge ab Deutschland gibt es, aktuell geht es ab Frankfurt nach Nairobi, Mombasa und Sansibar.
Gedanken solltet Ihr Euch vor der Flug-Buchung über die Reiseroute machen, denn es kann sich auszahlen (allerdings nicht immer), einen Gabelflug zu buchen – zum Beispiel hin nach Kenia, zurück aus Tansania. Dies kommt aber auf Eure Präferenzen sowie die zur Verfügung stehende Zeit an. Im Folgenden gebe ich Euch gleich einige Beispiel-Routen.
Werfen wir doch direkt mal einen Blick auf die wichtigsten Reiseziele in Kenia und Tansania, sodass Ihr diese in Eure Reiseplanung einbeziehen könnt – mit einem besonderen Fokus auf die günstigen Optionen und Backpacker-Regionen, wenngleich es nicht die ultimativen Backpacking-Hotspots in beiden Ländern gibt, denn dafür sind sowohl Kenia als auch Tansania noch zu sehr ein Geheimtipp als dass Ihr dort Heerscharen von anderen Rucksackreisenden finden werdet. Aber genau das macht es zu 100% authentisch und erlebnisreich!
Wichtig für Eure Reiseplanung: wollt Ihr Euer Reisebudget niedrig halten, könnt Ihr in beiden Ländern nicht alles unternehmen. Vor allem die Nationalparkeintritte sind teils horrend teuer und nur bedingt mit einem Backpacking-Reisebudget kompatibel. Aber, und das ist das Wichtige: es gibt trotzdem enorm viele spannende Dinge sowohl in Kenia als auch Tansania für Backpacker zu entdecken, die gar kein oder nur wenig Geld kosten – und genau diese stelle ich Euch hier vor.
Die folgenden Reiseziele solltet Ihr für Eure Reiseroute also in den Fokus nehmen:
Nun stellt sich die Frage, wie Ihr Eure Backpacking-Reise in Kenia und Tansania organisieren könnt, denn zumindest ganz so easy, dass Ihr zwischen den wichtigsten Orten per Shuttle oder Direktbus fahren könnt (wie es in Lateinamerika oder Südostasien oft der Fall ist), ist es nicht immer. Vielmehr eignet sich ein Mix aus Fortbewegungsmitteln, denn manchmal ist der Bus die beste Option, manchmal der Zug und manchmal auch ein Shuttle, die Fähre oder das Flugzeug. Aber auch hier die positive Nachricht: ans Ziel kommt Ihr immer und letztendlich ist es weniger abenteuerlich, als man es sich beim Gedanken „Backpacking in Afrika“ vorstellen mag. Im Zweifel könnt Ihr mich gerne per Kommentar auf meinem Blog kontaktieren oder fragt in Eurer Unterkunft nach, dort sollte man Euch in der Regel weiterhelfen können.
Mit dem Zug:
Gibt es einen Zug, würde ich diesen in der Regel immer dem Bus vorziehen, insofern die Fahrtzeiten passen. Dies gilt insbesondere auf der Strecke Nairobi – Mombasa, die umfangreich modernisiert wurde – inkl. dem Wagenmaterial – und internationalen Standards genügt. Hier sollte die Entscheidung zwischen Zug und Bus immer zugunsten des Zuges gefällt werden. Weitere Zugstrecken gibt es zwischen Nairobi und Kisumu, Daressalam und Mwanza/Kigoma sowie den oben bereits erwähnten Tazara-Zug von Tansania nach Sambia, einem der größten Zug-Abenteuer dieser Welt.
Mit dem Bus:
Die Qualität von Bussen in Kenia und Tansania kann stark variieren – von voll gequetschten Minivans bis zu komfortablen Reisebussen ist alles dabei. Gute Erfahrungen machten wir auf den Strecken Moshi-Lushoto und Lushoto-Daressalam, eher unbequem war es zum Beispiel in Richtung Navasha oder zwischen Nairobi und Arusha.
Mit der Fähre:
Fähren spielen logischerweise vor allem auf den Inseln eine Rolle – von und nach Sansibar sowie von und nach Pemba Island.
Mit dem Shuttle:
Touristische Shuttles gibt es nicht allzu viele in Kenia und Tansania. Zwischen Nairobi und Arusha gibt es jedoch verschiedene Anbieter, die die Reisezeit stark verkürzen.
Mit dem Flugzeug:
Inlandsflüge in Kenia und Tansania können ebenso eine Alternative sein, da diese teils richtig günstig sind. Vor allem die Flüge nach Sansibar sind teils spottbillig, auch die Rennstrecken in Kenia zwischen Nairobi und Mombasa sowie anderen Großstädten gibt es teils für unter 50 Euro.
Dies bringt uns nun zu den möglichen Reiserouten für Euren Backpacking-Trip nach Tansania und Kenia. Hier kommt es vor allem auf die Reisedauer sowie Euren Ausgangs- und Zielflughafen an.
Ab/bis Nairobi – Reiseroute nur Kenia:
Nairobi – Lake Naivasha – Hells Gate National Park – Nairobi (ggf. Safari) – Mombasa – Diani Beach – Nairobi
Ab/bis Nairobi – Reiseroute mit Kenia + Tansania:
Nairobi – Lake Naivasha – Hells Gate National Park – Nairobi – Arusha – Moshi – Lushoto – Sansibar – ggf. Pemba Island – Diani Beach – Mombasa – Nairobi
Ab/bis Sansibar – Reiseroute nur Tansania:
Sansibar – Daressalam – Lushoto – Moshi – Pemba Island – Sansibar
Ab/bis Sansibar – Reiseroute mit Tansania + Kenia:
Sansibar – Daressalam – Lushoto – Moshi – Arusha – Nairobi – Lake Naivasha – Hells Gate National Park – Nairobi – Mombasa – Diani Beach – ggf. Pemba Island – Sansibar
Ab Nairobi/bis Sansibar – Reiseroute mit Kenia + Tansania, Schwerpunkt Kenia:
Nairobi – Lake Naivasha – Hells Gate National Park – Nairobi – Mombasa – Diani Beach – Pemba Island – Sansibar
Ab Nairobi/bis Sansibar – Reiseroute mit Kenia + Tansania, Schwerpunkt Tansania:
Nairobi – Lake Naivasha – Hells Gate National Park – Nairobi – Arusha – Moshi – Lushoto – Daressalam – Sansibar
Soviel zu den möglichen Reiserouten. Was könnt Ihr nun konkret als Backpacker in Kenia und Tansania erleben?
Dazu habe ich Euch einige spezielle Highlights zusammengestellt, mit denen Ihr auch fernab der teuren Nationalparks herausragende Erlebnisse genießen könnt.
Hells Gate National Park, Kenia, ca. 3 Stunden von Nairobi entfernt:
Walking Safari im Nationalpark, bei der Ihr u.a. Zebras, Gazellen und Impalas und mit Glück auch Giraffen und Antilopen sehen könnt – und das ohne Guide, ohne Tour, ganz auf eigene Faust. Eine der besten Safari-Optionen in Afrika für kleines Budget.
Animal Sanctuary Farm, Lake Naivasha, ca. 3 Stunden von Nairobi entfernt:
Ideal mit dem Hells Gate National Park kombinierbar, könnt Ihr auch hier für nur rund 10 Euro Eintritt eine Walking Safari unternehmen, bei der Ihr Giraffen, Gazellen und Zebras bis auf wenige Meter nahekommt – und das in nahezu absoluter Wildnis. Ein absolutes Highlight für einen Backpacking-Trip in Kenia.
Nairobi:
Nairobi ist nicht wirklich spannend, aber die Umgebung schon. So könnt Ihr zum Beispiel Tagesausflüge in die Ngong Hills oder die Kijabe Hills unternehmen. Und ordentliche Hostels gibt es hier auch.
Diani Beach:
Strandspaziergänge, Wassersport, Schnorcheln und mehr – hier (oder in den anderen Strandorten Kenias) lässt es sich ein paar Tage aushalten.
Banana-Farm Eco-Hostel, nahe Arusha:
Tolle Backpacker-Unterkunft bei der sich alles rund um die Banane dreht: Bananenplantagen, Bananenverkostungen (wir zählten 9 verschiedene Sorten!), den Kreislauf der Natur von der Bananenschale über Kuhdünger bis hin zur Banane sowie absolut bezahlbare Zimmer sorgen für ein ganz besonderes Erlebnis in Tansania.
Chemka Hot Springs, zwischen Arusha und Moshi:
Spannende Lagune mit kristallklarem Wasser, wo man sich in der trockenen Umgebung erfrischen kann – schöner Halbtagesausflug ab Moshi
Lushoto:
Kleiner Ort aus den bereits oben erwähnten Reisezielen, wo man auf eigene Faust und kostenlos wandern kann – Halbtages-, Ganztages- und Mehrtages-Touren sind verfügbar.
Mtende Beach, Sansibar:
Einer der spektakulärsten Strände in Afrika – nicht zum Übernachtungen, aber als Tagesausflug von Sansibars anderen Stränden, erwartet Euch hier ein Panorama der Extraklasse
The Slow Leopard Kilwa, in Kilwa (ca. 6 Stunden südlich von Daressalam):
Einzigartiges Hostel off-the-beaten-track mit tollen Inselhüpfen-Touren, cooler Beach-Location und einzigartigem Seafood-Family Style-Abendessen – und auch Kilwa lohnt sich als Reiseziel absolut. Bleibt mindestens 3 Nächte, damit sich die lange Anreise ab Daressalam lohnt.
Christian ist bereits 2011 in der Welt unterwegs und hat in den letzten 15 Jahren insgesamt 9 Jahre in der Karibik gelebt und ist nun seit 4.5 Jahren komplett als Digitaler Nomade auf Reisen. Mittlerweile sind über 100 bereiste Länder zusammengekommen, zu denen er regelmäßig auf seinem Reiseblog My Travelworld berichtet und dort auch professionelle Reiseberatung anbietet. Damit gehört Christian zu den etabliertesten und „berufs“ältesten deutschen Reisebloggern.
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Fotos: © Backpacking in Kenia und Tansania, Christian, Reiseblog My Travelworld
